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Schlagwort: Russisch

Eduard Uspenskij: Über unserer Wohnung

Eduard Uspenskij: Über unserer Wohnung

Gedicht für Kinder, übertragen ins Deutsche von der Klasse 10c Russisch im Schuljahr 2018/19

Über unserer Wohnung lebt ein Hund.

Er bellt und bringt uns um die Nachtruhe.

Um den Schlaf bringt er uns.

 

Und über dem Hund lebt eine Katze.

Sie miaut und bringt den Hund um die Nachtruhe.

Um den Schlaf bringt sie den Hund.

 

Und über der Katze lebt eine Maus.

Sie seufzt und bringt die Katze um die Nachtruhe.

Um den Schlaf bringt sie die Katze.

 

Nachts klopft der Regen auf das Dach.

Deshalb kann die Maus nicht schlafen.

Die ganze Nacht schläft die Maus nicht.

 

Am Himmel ziehn traurig die Wolken.

Die Wolken schluchzen, es fließen Tränen.

Die Tränen fließen als Regen.

 

Die Wolken hat Klein-Donner gekränkt,

als er mit der Faust die Wolken geklopft hat.

Mit der Faust geklopft – ba-bum!

 

Der 1937 geborene und  in der russischsprachigen Welt enorm bekannte und beliebte Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor Eduard Uspenskij ist 2018 verstorben. Sein 1966 geschaffenes Kinderbuch „Krokodil Gena und seine Freunde“, das in mehreren Zeichentrickserien mit dem Titel „Tscheburaschka“ vorliegt, macht ihn unsterblich. Viele Kindergenerationen kennen Tscheburaschka und andere Figuren darin als Spielzeuge, daneben als Maskottchen für sportliche Großwettbewerbe. Die Texte der Lieder aus den Filmen sind Volksgut geworden. Das Liedchen von Krokodil Gena wird bei Gratulationen zum Geburtstag bestimmt häufiger geschmettert als die russische Version von „Happy birthday to you“.

Deshalb wurde der Vorschlag gemacht, einen Internationalen Eduard-Uspenskij-Literaturpreis zu stiften.

Gabriele Mages

                                                                                             

„Der Nussknacker“ zu Gast in Ingolstadt

„Der Nussknacker“ zu Gast in Ingolstadt

Am 4. Dezember 2019 durften Schüler des Russischunterrichts der Jahrgangsstufen 8, 9 und 11 sowie ehemalige aus 12 das Ballettstück „Der Nussknacker“ im Stadttheater Ingolstadt besuchen. Aufgeführt wurde dieses von der Tatarischen Staatsoper Kasan. Die Truppe kam also aus der sehr modernen Hauptstadt der Tatarischen Republik angereist, die an der Wolga liegt und zur Russischen Föderation gehört. Die Musik zum Ballett stammt von Pjotr Iljitsch Tschaikowskij, dem berühmtesten russischen Komponisten, das Libretto geht auf Marius Petipa zurück. Die Handlung hat ihren Ursprung im Kunstmärchen „Nussknacker und Mausekönig“ des deutschen Dichters E.T.A. Hoffmann aus dem Jahr 1816.

Die Vorstellung fing um 19.30 Uhr an und die Tänzer unterhielten die Zuschauer gut zwei Stunden lang damit, dass sie ihnen das Gefühl gaben, in einer anderen Welt zu sein. Außerdem war das Stück für jede Altersklasse geeignet und im komplett ausverkauften Theater konnte man vom Grundschulkind bis zu den Großeltern alle Generationen vertreten sehen. „Der Nussknacker“ ist nämlich das beliebteste Ballett der Welt, Karten sind besonders in der Weihnachtszeit begehrt. Schließlich erzählt es davon, wie zu Weihnachten geschenkte Puppen, darunter ein Nussknacker, im Traum eines Mädchens lebendig werden.

Der Tanz wurde jeweils der Musik angepasst, sodass alles sehr stimmig und passend war. Man sah, wie viel Mühe sich die Tänzer gaben und wie lange sie wohl dafür geprobt hatten. Die Kostüme fand ich atemberaubend schön.  Mir wurde klar, dass man sich über jedes kleine Detail Gedanken gemacht hatte und diese auch umsetzte. Das Bühnenbild passte meiner Meinung nach jeweils zu den verschiedenen Charakteren und Stimmungen des Ballettstückes, genau wie der Hintergrund und die Beleuchtung. Es sah für den Zuschauer so aus, als würden die Ballerinas mit ihren Füßen über die Bühne schweben, und sie brachten auch viele Gefühle wie Trauer oder Freude sehr gut zum Ausdruck. Es gab lustige, spannende und auch traurige Szenen zu sehen.

Mir hat das Ballettstück sehr gut gefallen und gerne würde ich auch ein zweites Mal dorthin gehen.

Alisia Tataridou, 8c

RÜCKBLICK: Der „Wilde Westen“ war einmal – Filmvortrag von A. Gardel über „Jakutien“ im wilden Osten

RÜCKBLICK: Der „Wilde Westen“ war einmal – Filmvortrag von A. Gardel über „Jakutien“ im wilden Osten

Der passionierte Angler und Kanute A. Gardel aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zeigte am Freitag, den 6. Juli 2018 den Russischschülern der achten bis zehnten Jahrgangsstufe in Raum 161 einen selbst gedrehten und geschnittenen Film über seine Reise auf der Amga, einem unberührten Nebenfluss der sibirischen Lena, die die dünn besiedelte Republik Jakutien durchfließt und entscheidend prägt. Herr Gardel ist so fasziniert von der sommerlichen Natur in diesem fernen Teil Russlands, dass er bereits viele abenteuerliche Reisen dorthin unternommen hat und sogar auf eigene Faust Russisch lernt. Mit den mitreisenden Jakuten, die einem turksprachigen Volk angehören, kann er sich beim gemeinsamen Paddeln, Angeln, Kochen und Baden inzwischen jeden Sommer ganz gut verständigen. Obwohl Jakutien überwiegend Permafrostboden aufweist, kann man im Sommer dort zelten und in den Flüssen bei angenehmen Temperaturen baden oder schwimmen.

Sein Interesse an Russland wurde durch die Perestroika-Politik Gorbatschows in den 80er Jahren geweckt, wie er selbst sagte, und hält seitdem an. Beruflich ist er für einen großen deutschen Konzern viel in der Welt herumgekommen, hat aber nirgends so wilde und unberührte Natur kennengelernt wie eben in Jakutien.  Von den schönen Landschaften, den abwechslungsreichen Uferformation, der unbekannten Pflanzenwelt, dem klaren Wasser, dem Fischreichtum und den Möglichkeiten, an einem Lagerfeuer appetitliche Speisen zuzubereiten, konnten sich die teilnehmenden Klassen mit eigenen Augen überzeugen. Sogar Felsenmalereien aus fernen Vergangenheiten waren zu sehen.

G. Mages

Shakespeare trifft auf Prokofjew

Shakespeare trifft auf Prokofjew

„There is no end to my love – the more I give, the more I have to give.“ – Das sind die Worte, mit Hilfe derer die junge Julia ihrem Angebeteten Romeo ihre unendliche Liebe zusichert. Doch wie lässt sich ein solches Liebesbekenntnis in einem Ballett auf die Bühne bringen? Dieser Frage gingen Russischschüler der achten und zehnten Jahrgangsstufe am 28. November beim Besuch einer Aufführung des Rumänischen Staatsballetts „Oleg Danovski“ nach. Das dynamische Ballettensemble, das an zwei Abenden das Neuburger Stadttheater bis zum Bersten füllte und die Zuschauer begeisterte, zeigte eine eindrucksvolle Choreografie zu den Stücken des sowjetischen Pianisten und Komponisten Sergej Sergejewitsch Prokofjew, dessen Ballett „Romeo und Julia“ 1938 Uraufführung feierte und nach wie vor als einer der Höhepunkte seines musikalischen Schaffens gilt.

Als besonders gelungen hoben die Schüler die Darstellung der beiden Hauptakteure des Stücks hervor. Mit Hilfe von Mimik, Gestik und ausdrucksstarkem Tanz erzählten die Tänzer des Rumänischen Staatsballetts auf der Bühne des Stadttheaters von der bedingungslosen Liebe zwischen Romeo und Julia und ihrem tragischen Ende – was sich angesichts der vielen Darsteller, die die beiden zerstrittenen Familien Montague und Capulet verkörperten, als große Herausforderung darstellte und dennoch allen Beteiligten – auch ohne Worte – geglückt ist.

Weitere Texte und Bilder finden sich im Russischschaukasten gegenüber Raum 133.

 

Katharina Herdt und Gabriele Mages